Die größte Delegation kam aus Russland – aber auch Indien, das Land des amtierenden Schachweltmeisters V. Anand, war vertreten. Erstmalig wurde eine Weltmeisterschaft im Schach für Menschen mit Behinderungen ausgetragen, die vom 21.10.-29.10.2013 in Dresden stattfand. In sieben Runden wurde der Weltmeister übergreifend in den drei bislang vollständig getrennten Arten von Behinderungen (körperlich Beeinträchtigte, Blinde, Gehörlose) ausgespielt.

Bei der Gruppe Physically Disabled ging auch der erst neunjährige Raphael Zimmer an den Start. Unter den 65 Teilnehmern aus aller Welt war die Anreise aus Sasbachwalden für Raphael und seine Mutter, die ihn betreute, fast ein ‚Katzensprung‘. Raphael, der erst seit drei Jahren Schach spielt und bei den Schachfreunden Sasbach trainiert, leistete seine bislang beste Performance.

Obwohl jüngster Teilnehmer konnte er ein hervorragendes Ergebnis erzielen: mit 3,5 Punkten aus 7 Partien und einem Eloschnitt von über 2000 fand Raphael sich am Schluss im Mittelfeld wieder, was bei der starken Konkurrenz alle Erwartungen übertraf. Von der Veranstaltung wurde im MDR-Fernsehen berichtet. Interesse zeigten auch prominente Großmeister, die zu Besuch kamen und den Spielern über die Schulter schauten. So kam es auch, dass ein Großmeister Raphaels talentiertes Spiel beobachtete und ihn nach dem Turnier auf ein paar Trainingspartien einlud, was die Turnierreise um zwei Tage verlängerte.

Nun hat Raphael eine kleine Verschnaufpause – bis Dezember, wo er bei der Deutschen Mannschafts-Jugendmeisterschaft wieder zum Einsatz kommt. Für die Gäste aus aller Welt war die WM ein toller Erfolg im Schachsport. Gesamt-Weltmeister wurde der Russe Stanislav Babarykin (Elo 2319) aus der Gruppe der Sehbehinderten und Blinden. Es mag überraschend klingen, aber: möglicherweise ’sehen‘ blinde Spieler mehr! Denn Mannschaftsweltmeister wurde das Team des russischen Blindenverbandes.

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